Adventskalender basteln im Kindergarten: 6 Ideen für die ganze Gruppe
Der Adventkalender ist das einzige Bastelprojekt des Jahres, das vierundzwanzig Tage lang jeden Morgen benutzt wird. Genau darin liegt sein Wert: Er strukturiert die Zeit bis Weihnachten für Kinder, die noch nicht in Wochen denken können. Und er ist im Kindergarten etwas anderes als zu Hause – nicht vierundzwanzig Türchen für ein Kind, sondern ein gemeinsames Ritual für die ganze Gruppe. Hier sind sechs Wege dorthin, dazu ein Kapitel darüber, was hineingehört, wenn es nicht jeden Tag Schokolade sein soll.
Die Bilder auf dieser Seite sind mit KI erstellt.
1. Säckchen an der Schnur
ab 3 Jahren · 45 Minuten
Die einfachste und zugleich schönste Variante: Jutesäckchen oder Baumwollbeutel werden mit Holzklammern an eine gespannte Schnur gehängt. Die Kinder gestalten die Anhänger, binden zu und hängen auf – drei Handgriffe, die alle können. Die Schnur lässt sich quer durch den Gruppenraum spannen, und weil die Säckchen weich sind, macht es nichts, wenn jemand dagegenläuft.
Praxistipp: Spann die Schnur auf Kinderhöhe, nicht auf Erwachsenenhöhe. Ein Kalender, an den man nur mit fremder Hilfe kommt, gehört gefühlt den Erwachsenen.
2. Schachteln stapeln
ab 3 Jahren · zwei Termine à 30 Minuten
Kleine Schachteln mit Deckel werden bemalt, beklebt und dann zu einer Pyramide oder einem Baum gestapelt. Der Reiz liegt im Aufbau: Die Kinder entscheiden, welche Schachtel wohin kommt, und bauen jeden Tag ein Stück um, wenn eine geöffnet wurde. Anders als beim Säckchen bleibt hier etwas übrig, das man in die Hand nehmen kann.
Praxistipp: Am ersten Tag nur bemalen, am zweiten bekleben und stapeln. Frisch bemalte Schachteln kleben sonst aneinander, und der Deckel geht nicht mehr auf.
3. Der Stoffkalender, der Jahre hält
ab 4 Jahren · offenes Angebot
Ein Leinen-Organizer mit vierundzwanzig Taschen wird einmal gestaltet und dann jedes Jahr wieder aufgehängt. Für Einrichtungen, die nicht jeden Dezember von vorne anfangen wollen, ist das die vernünftigste Lösung: Die Kinder gestalten die Taschen mit Stoffmalfarbe oder aufgenähten Motiven, und in den Folgejahren kommt nur noch die Füllung dazu. Ein Kalender, an dem mehrere Jahrgänge mitgearbeitet haben, wird mit der Zeit zum Stück Hausgeschichte.
Praxistipp: Jedes Jahr ein oder zwei Taschen von der aktuellen Gruppe neu gestalten lassen, statt alles auf einmal. So hat jeder Jahrgang seinen Anteil daran.
Material für die Kalender
4. Die Zahlen: gestanzt statt geschrieben
ab 4 Jahren · 30 Minuten
An den Zahlen scheitern die meisten Gruppenkalender, weil Vier- und Fünfjährige noch keine zweistelligen Ziffern schreiben. Die Lösung ist ein Kreisstanzer: Die Kinder stanzen die Anhänger selbst aus, das macht Spaß und trainiert die Handkraft, und die Ziffer schreibt anschließend eine erwachsene Person oder ein Vorschulkind. Wer es ganz kindgerecht will, verzichtet auf Zahlen und arbeitet mit Farben oder Symbolen – erkannt wird der heutige Tag ohnehin daran, welches Säckchen noch zu ist.
Praxistipp: Zahlen bewusst schief und unterschiedlich groß lassen. Ein Kalender, der aussieht wie gedruckt, war nicht von den Kindern.
5. Was hineinkommt, wenn es nicht Schokolade sein soll
alle Altersstufen · keine Bastelzeit
Zwanzig Kinder mal siebzehn Tage sind dreihundertvierzig Kleinigkeiten – das ist weder finanzierbar noch pädagogisch sinnvoll. Deshalb füllen viele Gruppen nicht Dinge ein, sondern Tätigkeiten: einen Zettel mit einem Lied, das heute gesungen wird. Ein Fingerspiel. Die Erlaubnis, heute die Kerze anzuzünden. Ein Puzzleteil, das über den ganzen Advent zu einem großen Bild wird. Ein Bilderbuch, aus dem heute vorgelesen wird. Das kostet fast nichts und wirkt deutlich länger nach als ein Schokoladenstück.
Praxistipp: Allergien und Unverträglichkeiten vorher abfragen, wenn doch Essbares hineinkommt. Ein Kind, das als einziges nichts nehmen darf, erlebt den Kalender jeden Tag als Ausschluss.
6. Der Kalender als Morgenritual
alle Altersstufen · fünf Minuten täglich
Ein Adventkalender im Kindergarten ist weniger Deko als Ablauf. Wer ihn fest in den Morgenkreis einbaut – immer zur selben Zeit, immer mit derselben kurzen Formel, das Kind des Tages darf öffnen – gibt Kindern etwas, woran sie sich in einer aufgeregten Zeit festhalten können. Eine ausgeloste Reihenfolge, sichtbar an der Wand, verhindert außerdem die tägliche Diskussion darüber, wer dran ist.
Praxistipp: Die Reihenfolge am 1. Dezember gemeinsam auslosen und aufhängen. Kinder, die wissen, wann sie drankommen, warten deutlich geduldiger.
Material zum Gestalten und Aufhängen
Säckchen, Schachteln, Stoffkalender und das Material zum Gestalten findest du in unserer Kategorie Winter, Nikolaus und Weihnachten.
Häufige Fragen zum Adventskalender im Kindergarten
Wie viele Türchen braucht ein Adventskalender im Kindergarten?
So viele, wie es tatsächlich Betreuungstage im Dezember gibt – meist fünfzehn bis siebzehn. Wochenenden und die Ferientage vor Weihnachten fallen weg. Ein Kalender mit vierundzwanzig Türchen führt entweder zu Sammelöffnungen am Montag oder zu Türchen, die nie geöffnet werden.
Was kann man statt Süßigkeiten in einen Adventskalender füllen?
Tätigkeiten statt Dinge: ein Lied, ein Fingerspiel, ein Bilderbuch zum Vorlesen, ein Puzzleteil für ein gemeinsames Bild, eine kleine Aufgabe für den Tag. Das ist günstiger, für alle Kinder gleich zugänglich und wirkt länger nach als ein Schokoladenstück.
Ab welchem Alter können Kinder einen Adventskalender mitgestalten?
Ab drei Jahren: Säckchen bemalen, Anhänger bekleben, Schachteln gestalten und zubinden können Dreijährige gut. Das Ausstanzen der Zahlenanhänger gelingt ab vier, das Beschriften mit zweistelligen Ziffern übernehmen Erwachsene oder Vorschulkinder.
Wann sollte man im Kindergarten mit dem Adventskalender beginnen?
Anfang bis Mitte November. Damit bleiben zwei bis drei Wochen für das Gestalten in mehreren Etappen, für Trockenzeiten und für das Befüllen – ohne dass es in der letzten Novemberwoche hektisch wird.