Schneeflocken und Sterne aus Papier basteln
Sobald es draußen früh dunkel wird, wandert das Bastelmaterial in vielen Gruppen vom Regal auf den Tisch. Schneeflocken und Sterne aus Papier gehören zu den wenigen Winterarbeiten, die ohne Vorlage auskommen und trotzdem bei jedem Kind anders aussehen. Sie brauchen wenig Material, lassen sich in kurzen Einheiten unterbringen und ergeben Fensterschmuck, der den ganzen Advent über hängen bleibt. Hier sind sechs Ideen: von der ersten Faltschnittflocke für Vierjährige bis zum Fröbelstern im Hort, jeweils mit ehrlicher Altersangabe und dem Zeitbedarf für eine ganze Gruppe. Dazu die Stellen, an denen es erfahrungsgemäß hakt, damit am Ende nicht zwanzig Kinder Papierschnipsel statt einer Flocke in der Hand halten.
Die Bilder auf dieser Seite sind mit KI erstellt.
1. Faltschnittflocke aus dem Quadrat
4 bis 6 Jahre · 45 Minuten für 15 bis 20 Kinder in zwei Tischgruppen
Das Quadrat wird in der Mitte gefaltet, dann noch einmal zum kleinen Quadrat, zuletzt diagonal zum Dreieck. Aus diesem Dreieck schneiden die Kinder an den beiden offenen Seiten Kerben, Bögen und Zacken heraus. Beim Aufklappen entsteht eine Flocke mit acht Strahlen. Mit Vierjährigen bleibt es bei den ersten zwei Faltungen, also vier Lagen und vier Strahlen. Das sieht weniger filigran aus, aber die Kinder schneiden selbst, und darum geht es.
Blätter in 10 mal 10 Zentimetern sind für kleine Hände gut zu halten, 15 mal 15 geben mehr Fläche zum Schneiden und verzeihen ungenaue Faltungen. Wer mit einer ganzen Gruppe arbeitet, faltet die Blätter am besten vorher selbst vor und lässt die Kinder die Kanten nur nachziehen.
Praxistipp: Markiere mit den Kindern vor dem Schneiden die geschlossene Faltkante mit einem Bleistiftpunkt. Ohne diese Markierung schneiden Kinder die geschlossene Seite regelmäßig komplett durch, und die Flocke fällt beim Aufklappen auseinander.
2. Sechsstrahlige Flocke aus dem runden Faltblatt
6 bis 10 Jahre · 60 bis 75 Minuten, in zwei Einheiten gut aufteilbar
Echte Schneekristalle haben sechs Arme, und Hortkinder merken diesen Unterschied sofort. Das runde Faltblatt wird zum Halbkreis gefaltet, dieser Halbkreis in drei gleich große Segmente gelegt wie ein Fächer, danach noch einmal in der Mitte gefaltet. Die überstehende Rundung wird gerade abgeschnitten, dann werden Kerben eingeschnitten. Aufgeklappt ergibt das sechs Strahlen.
Der Haken liegt bei den zwölf Lagen, die dabei entstehen. Bei 90 Gramm ist das mehr, als eine normale Schere sauber durchtrennt. Wer die letzte Faltung weglässt, arbeitet mit sechs Lagen: Die Flocke hat dann immer noch sechs Strahlen, diese sind in sich aber nicht mehr spiegelgleich. Für die meisten Gruppen ist das der bessere Kompromiss, weil die Kinder wieder selbst schneiden können.
Praxistipp: Schneide dir vorab aus Karton eine Schablone mit einer 60-Grad-Spitze und leg sie beim Dritteln an. Nach Augenmaß landet das Drittel bei fast jedem Kind ungleich, und die fertige Flocke hat dann einen breiten und zwei schmale Strahlen.
3. Riesenflocke aus der Folienrolle
5 bis 10 Jahre · zwei Einheiten à 45 Minuten, Kleingruppen zu dritt oder viert
Aus der Großrolle lässt sich ein Quadrat von 50 mal 50 Zentimetern abschneiden, das reicht für eine Flocke, die ein halbes Fenster füllt. Gefaltet wird wie bei Idee 1, geschnitten wird zu zweit: Ein Kind hält das gefaltete Paket fest, das andere führt die Schere. Für die großen Bögen eignet sich eine kräftige Bastelschere besser als eine Kinderschere.
Zwei bis drei Riesenflocken pro Fenster genügen, mehr wirkt unruhig und verschattet den Raum spürbar. Plane die zweite Einheit für das Aufhängen ein, das dauert mit Leiter und Fensterbrett länger als gedacht.
Praxistipp: Übt die Faltung einmal mit gleich großem Zeitungspapier. Alu-Bastelfolie lässt sich nur ein einziges Mal sauber falten: Wer eine Faltung korrigiert, bekommt eine helle Bruchlinie, die im Gegenlicht dauerhaft sichtbar bleibt.
Papier für Flocken und Sterne
4. Streifenstern zum Aufkleben
3 bis 5 Jahre · 30 bis 40 Minuten plus Trockenzeit über Nacht
Für die Jüngsten funktioniert der Weg über Streifen besser als über die Schere. Schneide aus Faltblättern Streifen von etwa 1,5 mal 15 Zentimetern. Die Kinder legen vier bis acht Streifen sternförmig übereinander, immer über den gleichen Mittelpunkt, und kleben sie dort fest. Aus vier Streifen wird ein achtstrahliger Stern, aus acht Streifen ein dichter Strahlenkranz.
In der Mitte deckt ein aufgeklebter Kreis die Klebestelle ab und hält den Stern zusammen. Fertige Sterne brauchen über Nacht Ruhe, sonst lösen sich die obersten Streifen beim Aufhängen wieder.
Praxistipp: Falte jeden Streifen vorher einmal quer in der Mitte und streich ihn wieder glatt. Der Mittelknick zeigt den Kindern, wo der Streifen aufliegen muss. Ohne diese Marke wandert der Mittelpunkt, und der Stern bekommt eine lange und eine kurze Seite.
5. Geschichtete Sterne mit dem Motivstanzer
3 bis 6 Jahre · 40 Minuten, Stanzen ab etwa 5 Jahren selbstständig
Mit dem Stanzer-Set entstehen Sterne in drei Größen, die übereinandergeklebt und dabei leicht gegeneinander verdreht werden. Das Ergebnis wirkt räumlich, obwohl alles flach bleibt. Ein gestanzter Kreis als Unterlage macht daraus einen Anhänger für den Christbaum oder für die Fensterkette.
Das ist die Idee für die Reste: Aus den Randstücken der Faltschnittflocken lassen sich noch reichlich Sterne stanzen. Dreijährigen gelingt der große Stanzer nicht allein, sie sortieren, kleben und legen die Reihenfolge fest, während eine erwachsene Person stanzt.
Praxistipp: Stell den Stanzer zum Ausstanzen auf den Boden und lass das Kind mit der flachen Hand von oben drücken, statt am Tisch zu quetschen. Und stanze immer nur eine Lage: Zwei übereinandergelegte Blätter verklemmen den Mechanismus, und die Kante franst aus.
6. Fröbelstern aus vier Papierstreifen
8 bis 10 Jahre · 60 Minuten für den ersten Stern, danach etwa 15 Minuten pro Stück
Der Fröbelstern besteht aus vier Streifen von etwa 45 Zentimetern Länge und 1,5 Zentimetern Breite, deren Enden spitz zugeschnitten werden. Die vier Streifen werden in der Mitte zu einem Flechtquadrat ineinandergelegt. Daraus entstehen zuerst acht flache Zacken, danach werden acht weitere Zacken räumlich geformt und unter das Geflecht gesteckt.
Das ist keine Kindergartenarbeit. Vor der Volksschule fehlt fast allen Kindern die Feinmotorik für das Flechtquadrat, und Frustration ist vorprogrammiert. Im Hort dagegen funktioniert der Stern gut, wenn ihr den ersten gemeinsam Schritt für Schritt baut und erst danach Material für alle austeilt.
Praxistipp: Bereite die Streifen mit einem Schneidegerät vor, nicht mit der Schere. Weichen die Breiten auch nur um einen Millimeter voneinander ab, schließt das Flechtquadrat in der Mitte nicht sauber, und der Stern zieht sich beim Falten schief.
Stanzer, Glitzer und Aufhängung
Faltblätter, Alufolie, Stanzer und Kräuselband findest du in unserer Kategorie Winter, Nikolaus und Weihnachten.
Häufige Fragen zu Schneeflocken und Sternen aus Papier
Ab welchem Alter können Kinder Schneeflocken selbst ausschneiden?
Ab etwa vier Jahren, allerdings mit maximal vier Papierlagen. Acht Lagen sind erst ab ungefähr sechs Jahren realistisch, davor fehlt schlicht die Kraft in der Hand. Wenn die Schere das Papier eher knautscht als schneidet, ist es eine Lage zu viel.
Warum hat meine Flocke vier Strahlen statt sechs?
Weil ein quadratisches Blatt beim Halbieren immer Vielfache von vier ergibt, also vier, acht oder sechzehn Strahlen. Für sechs Strahlen muss das Papier gedrittelt werden, was einen 60-Grad-Winkel voraussetzt. Für den Kindergarten ist die vierstrahlige Variante völlig ausreichend.
Welches Papier eignet sich am besten?
Papier zwischen 70 und 100 Gramm ist der brauchbare Bereich. Alu-Faltblätter mit 90 Gramm halten die Faltkanten gut und wirken im Gegenlicht, ohne dass die Blätter beim Schneiden brechen. Fotokarton ist für Faltschnitte zu dick, damit lassen sich nur einzelne Sterne ausschneiden.
Wie plane ich das mit einer Gruppe von zwanzig Kindern?
Rechne mit zwei Tischgruppen und zwei Durchgängen statt mit allen Kindern gleichzeitig, sonst kommst du beim Nachhelfen nicht nach. Das Vorfalten der Blätter übernimmst du am besten vorab, das spart in der Einheit rund zehn Minuten. Für das Aufhängen plane einen eigenen Termin ein.